We can never forget there are many ways of making love.
Tani Naomi, actress / kinbaku model
Wörtlich aus dem japanischen übersetzt kann das japanische Substantiv Shibari (縛り) Bindung, Regulierung, Grenze und/oder (eine vertragliche) Bindungsfrist bedeuten. Ein alternatives Wort, das verwendet wird, ist das Substantiv; Suru-Verb Kinbaku (緊縛), was soviel wie „eng binden“ bedeutet. Shibari ist also die japanisch inspirierte Art des Fesseln mit Seilen.
Anwender japanischer Seilbondage assoziieren häufig beide Wörter mit der Fesselkunst je nach deren erster Verwendung und/oder deren Einfluss bzw. Einflüssen. Oder sie verwenden beide Begriffe ohne jegliche Differenzierung. Die Umsetzung kann mehr Relevanz als die Begrifflichkeit haben. Eine Nuance kann z.B. sein, dass Shibari sich auf das Fesseln bezieht, Kinbaku zusätzlich jedoch Erotik und / oder Sadomasochismus (Jp. Seme) beinhaltet.
Manchmal ist der Weg das Ziel, der ganze Prozess des Fesseln ist auf Verbindung, Kontakt und Berührung ausgerichtet. Es darf aber auch sportlich ausgelebt werden, um die körpereigenen Grenzen zu testen und, wenn du möchtest, herauszufordern. Es kann meditativ, kuschelig und romantisch sein, oder aber Elemente des SM enthalten. Die japanische Sichtweise unterscheidet sich heutzutage oft im Vergleich zur europäischen oder amerikanischen Sichtweise. Wesentliche Unterschiede des Fesselns liegen in Ästhetik, im Umgang miteinander und häufig auch in der Wahl der zum Fesseln genutzten Materialien. Es gibt viele Motivationen Shibari zu erlernen und auszuüben. In unserem undogmatischen Verständnis ist keine dieser Motivationen „falsch“ oder „weniger gut“. Im Gegensatz zu vielen anderen Bondagemethoden fixiert der/die Fesselnde beim Shibari sein/ihr Modell nicht immer
um danach Sexualität auszuüben. Erotische Fotografie und auch Pornografie sind im Zusammenhang mit Shibari, besonders in Japan, durchaus üblich. Dennoch spielen Ästhetik und Philosophie fast immer auch dabei eine wichtige Rolle.
Meist wird Shibari von zwei Menschen miteinander praktiziert, es können aber auch mehr Menschen an einer Session beteiligt sein. Ein fesselnder Mensch (auch Rigger, Bakushi, rope top, Nawashi, Shibarite) und gefesselter Mensch (auch Model, Bunny, rope bottom, Ukete). Menschen können sich auf beiden Seiten des Seils wohl fühlen (switchen) und sich auch selbst fesseln (self tie). Man kann am Boden (Floorwork), und/oder in der Luft (Suspension), und/oder an Pfählen (Hashira Shibari) fesseln. Eine Semisuspension beschreibt, wenn Teile des Körpers den Boden verlassen und an einem Hängepunkt befestigt werden.


Shibari-Lyrik
Für Euch:
Für alle Seilliebhaber, Shibarischüler und Kinbakukünstler.
Für alle Leiseseiler und Knotenknicker, Fesselfüßler und Kordelkuschler.
Für Bondagebeginner oder Besserbakushi, Bunnybuster oder Roperunner.
Für die Rigger der Kokosnuss und solche, die es werden wollen!
Seilsuchtis aller Gender: Verbindet Euch!
Denn
Fesseln macht einfach Spaß!
Fesseln ist gemeinsam. Im Austausch. Mit Respekt.
Fesseln ist Liebe!
Dopamin! Oxytocin! Adrenalin!
RIGGOROS ist Einfühlseil!
Aber
RIGGOROS ist auch Lernen.
RIGGOROS zeigt Tricks und bietet Hilfe.
RIGGOROS übt und trainiert es die Finger.
RIGGOROS diskutiert Technik, konzentriert auf Wesentliches und debattiert Haltung.
