[IMPULS 15.12.19] Yukimura Greetings by Ropeknight

Zu unserem zweijährigen Bestehen freuen wir uns, Michael Ropeknight erneut für einen Impuls begrüßen zu dürfen. Er wird uns diesmal die „Yukimura Greetings“ zeigen. Dabei handelt es sich um verschiedene Ein-Seil-Patterns aus dem Bereich des ersten Kyu des Osada-Ryu, welche sich sowohl hervorragend für Anfänger und Einsteiger eignen, als auch Fortgeschrittenen neue Perspektiven eröffnen mögen.

Hier gehts zum Event:
https://fetlife.com/events/855376

[IMPULS 01.09.2019] What to do when you don’t know what to do-by SawaShibari

Am 01.09.2019 besuchte uns eine verloren geglaubte Ruhrpottseele, welche es vor einigen Jahren in die Hauptstadt gezogen hatte. Sawashibari aus Berlin kam uns besuchen und hatte für uns das Thema „What to do when you don’t know what to do“-also was mache ich wenn ich gerade keine Ahnung habe wie es weitergeht- im Gepäck. Es ging dabei vor allem darum, den Ideen von Raum und Zeit zu folgen, sich Zeit zu nehmen seinen Gegenüber zu lesen, von nahen, aber auch von fernen. Zu sehen, was mein Partner heute braucht, das ganze verbal als auch non-verbal zu kommunizieren und entsprechend darauf zu reagieren und dann auch erst zu entscheiden wo man ansetzt mit seinem Seil. Und wenn der erste Knoten gesetzt ist oder das erste Seil zu Ende ist, sich erneut Raum und Zeit zu nehmen, erneut die Situation und meinen Partner zu analysieren, um dann eine weitere Entscheidung zu treffen wie es weiter geht. So baut sich spielerisch und spontan eine Fesselsession auf, die auf einen konkreten Moment in einer konkreten Konstellation fokussiert ist.
Sawa ermutigte uns Dinge zu machen, die sonst oft eher selten praktiziert werden in der Fesselszene. Z.b. sich mit seinem Model zu unterhalten, zusammen zu lachen, Fragen zu stellen, inne zu halten und auch keine Ahnung mal haben zu dürfen. Und ganz wichtig: Sich auszuprobieren.
Wir sind sehr dankbar, dass du deine Gedanken mit uns geteilt hast und so viel Inspiration in unseren chaotischen aber kreativen Haufen gebracht hast und wir sind uns sicher, dass diese Ideen in den nächsten Treffen viel Anklang und Umsatz finden wird. Komm uns bald mal wieder besuchen!

[IMPULS 18.08.2019] Get on your feet! – by Haag and Husalia

On august 18th Haag and Husalia presented a dynamic approach to Shibari focusing on tying while you are on your feet. They explained how movement and exchange are essential in the creative process, how to overcome static ties and focus on the movement created by the dance between the partners. This led to a different approach to the physical dialogue revolving around the desire and ability to move and respond to one’s partners energy. Husalia shared some thoughts from her model perspective on this style, which heavyly focused on the „active bottoming“ of the so called „passiv partner“ and how choosing when to follow and when to resist makes it more interesting.
Haag showed us some different exercises for body manipulation and rope handling skills, in a way that was accessible and fun without deep knowledge of complex patterns.
Even though the style allows a lot of creativity Haag also mentioned safety rules to guide the creative process without harming someone.
Thanks a lot for sharing your ideas with us, we really appreciated your unorthodox approach on how to create an amazing interaction utilizing nothing more than a single rope and a lot of hip twisting 😉

[IMPULS 17.02.2019] RopuNawa bei Riggoros

Am 17.02.2019 trafen wir uns wie immer im wunderbaren Königswinter in Michael Ropeknight’s Fesseldojo „Fourelements“. Dieses Mal jedoch beehrte uns ein Besucher aus weit entfernten Gefilden, sein Name: RopuNawa. RopuNawa ist ein Freund von Michael und hatte seinen Besuch extra so geplant, dass er sich dieses RIGGOROS einmal ansehen konnte. Auf unser Bitten hin lies er sich sogar dazu hinreißen einen Input vorzubereiten und so saßen wir um Punkt 3 Uhr alle gespannt in einem Halbkreis um ihn herum und warteten darauf einen Einblick in seine Fesselkünste erhaschen zu dürfen.
Nachdem er die ersten fünf Minuten uns erklärte, dass die Schweizer so ihre „Problemchen“ mit dem Hochdeutsch hatten und er sich bemühen würde entsprechend langsam zu reden, was zu allgemeinem Gelächter unsererseits führte, war das Eis gebrochen.
Doch RopuNawa war natürlich nicht gekommen um uns (nur) zu belustigen, er hatte auch zwei Fesselungen im Gepäck die sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene gleichermaßen interessant war. Dabei verwendete er jeweils nur ein Seil pro Fesselung, eine Kunst die sich einfach anhört, aber für viele unsere Gäste doch Neuland war. Er zeigte uns, dass auch mit einem Seil viele Shapes möglich waren, dass auch Emotionen übermittelt werden und dass auch Spielerein wie Shameplay oder Predicament zauberhaft mit eingebunden werden können.
Nach dem Vorführen dieser beiden Fesselungen und entsprechender Erklärung wodrauf zu achten sei und der Ermahnung, dass auch wenn es einfach aussähe, viel schief gehen kann und sich entsprechend niemand übernehmen sollte, haben sich die meisten dieser Inspiration angenommen und ihr eigenes Glück versucht. Dabei ging RopuNawa rum, beantwortete Fragen, und gab Tipps.
Insgesamt schien es ihm bei uns sehr gefallen zu haben und wir waren auch unglaublich froh ein Stück seines Erfahrungsschatzes mitnehmen zu können. Vielen Dank RopuNawa. Fühle dich immer bei uns Willkommen und beehre uns bald wieder!

[IMPULS 18.11.18] Ropeknight über Kommunikation

Zum „Einjährigen“ hat Michael @Ropeknight einen Impuls zum Thema Kommunikation/Emotion präsentiert.

Nachdem der erste Impuls vor einem Jahr sehr kurz und knackig war haben wir uns diesmal ausführlicher dem Thema Kommunikation gewidmet.
Kommunikation in seiner einfachsten Definition ist der Austausch von Informationen. Im Shibari sinnvollerweise der Austausch von Informationen zwischen 2 Personen.
Dabei ist im besten Falle der aktive als auch der passive Part gleichzeitig immer Sender als auch Empfänger. Das Konzept von Input und die Reaktion darauf und vor allem die Interpretation dieser Information haben wir an ein paar Beispielen gesehen.
Die „Prozesskette“ die sich dabei ergibt entsteht nach dem groben Schema : Intention des Aktiven Parts à Aktion à Interpretation der erhalten Information durch den passiven Part à Reaktion des passiven Parts auf diese Aktion à Interpretation der erhalten Information durch den aktiven Part … usw

Mit den zuvor erhaltenen Informationen und praktischen Beispielen wurde dann eine durch Kenyade und Limaris inspirierte Fesselung mit Breathplayelementen als Grundlage einer „kommunikativen und emotionalen Fesselsequenz“ genutzt.
Ziel war es Reaktionen auszulösen um das fesseln „intensiver“ erlebbar zu machen.

Im Anschluss hatten dann alle Teilnehmer Gelegenheit diese Fesselung auszuprobieren, in der man den einen oder anderen Atemraum einschränkt um Input und Reaktion auf diesen zu verinnerlichen.

So konnten diverse emotionale Situation kreiert werden obwohl dies eher spielerisch passierte.

[IMPULS 07.10.18] Osada Steve zeigt RIGGOROS den Tengu

Der Sensei persönlich erweist uns heute die Ehre RIGGOROS zu besuchen und im Rahmen des Impuls einen Tengu vorzuführen.
Wir sind so beeindruckt! […]

Osada Steve war in Deutschland und hat uns besucht!!! 🙂
Wir sind noch immer ganz entzückt! Gemeinsam mit @kleines_Pony hat @OsadaSteve uns eine Fesselung gezeigt, die er „Tengu“ nannte. Dabei werden die Arme eng an die Seiten des Oberkörpers gebunden, so dass ein Entkommen bei angemessener Seilspannung quasi unmöglich wird. Etwa 8 bis 10 Paare haben heute die Gelegenheit genutzt um vom Meister persönlich diese elegante aber effektive 2-Seil Fesselung zu lernen.

@OsadaSteve: Wir danken dir von ganzem Herzen und wünschen dir eine unbeschwerte Weiterreise! Auf ein baldiges Wiedersehen!

[IMPULS 18.2.18] Sicherheit durch Routine

Aus Rigger- und Bunnyperspektive

Durch die Wiederholung verschiedener Patterns routinieren wir unser Vorgehen bis hin zum Muskelgedächtnis, optimieren unsere Handgriffe und erhöhen die Geschwindigkeit beim Fesseln (und Abfesseln).

Diese Verinnerlichung gibt uns die Möglichkeit, unsere Aufmerksamkeit vollständig auf den Partner zu fokussieren und komplexe Muster/Suspensions zu fesseln, ohne dass wir über die Abläufe der Patterns nachdenken müssen.

Das Bunny lernt klare und schnelle Rückmeldungen zu geben, Achtsamkeit und Vertrauen in den eigenen Körper und in die Fertigkeiten des Partners.

[Impuls 10.12.17] Eine kurze Anleitung zum „Einvernehmlichen Fesseln“ (consent negotiation) und wie du erhältst, was du wirklich willst.

Es gibt viele Gründe, warum zwei Menschen miteinander fesseln. Sie reichen von Liebe und gegenseitiger Anziehung bis hin zur Angeberei und sich selbst beweisen müssen. Die Leute finden einen bestimmten Seilstil vielleicht attraktiv und möchten ihn ausprobieren. Die Leute wollen ein besonderes Gefühl bekommen, zum Beispiel „fliegen“ in der Suspension. Die Leute wollen ein bestimmtes Seilmuster/Pattern/Technik üben. Nichts davon ist falsch oder kann verurteilt werden – solange die Absicht klar ist und Einvernehmen/Konsens darüber herrscht, was passieren wird.

Was ist Konsens (nicht)?

Zuerst sollten wir „Konsens“ genauer definieren. Viele Leute verwechseln Konsens/Einvernehmen mit Erlaubnis. Man verwendet die Begriffe synonym: „Ich gebe mein Einverständnis“, „Ich werde Zustimmung erhalten“. Aber „Einvernehmen herstellen“ ist viel mehr als „die Erlaubnis erteilen“. (Nachdem wir letztes Jahr mit Dr. Betty Martin „The Wheel of consent“ studiert hatten, fanden wir ihre Definition am genauesten:) Zustimmung ist eine Vereinbarung, die vier Elemente abdeckt:
Wer macht was für wie lange mit welcher Absicht? Letzteres klären die Fragen: Für wen ist es? Wer gibt wem?

Die übliche Antwort auf diese Frage lautet: „Es ist für beide, gegenseitig“. Und natürlich ist es auch irgendwie so. Natürlich können beide genießen, was sie tun! Aber die Frage ist nicht, wer genießt. Sondern die Frage ist, wessen Agenda bei dieser Seilsitzung befolgt wird, wer ein Geschenk erhält … Und ein Geschenk an den Partner zu geben kann genauso bereichernd sein, wie ein Geschenk zu erhalten.

Warum ist es wichtig, diese Fragen zu stellen?

  • Weil Handeln/Tun (z.B. Fesseln) und Geben nicht dasselbe sind
  • Weil wir Menschen dazu neigen, Dinge anzunehmen
  • Weil wir Menschen dazu neigen, Dinge zu tolerieren
  • Weil es die Frage der Verantwortung klärt – was eine Checkliste z.B. nicht kann
  • Weil es eine klare Struktur gibt, um gemeinsam über Bedürfnisse, Wünsche und Grenzen zu sprechen
  • Weil wir Menschen gerne überrascht werden, aber wir brauchen auch einen sicheren Rahmen
  • Weil es wirklich hilft, sich mit der Frage zu konfrontieren – warum machst du, was du tust?
  • Weil es dich deinem Partner näher bringt – versprochen!

„Handeln“ und „Geben“ werden sehr häufige verwechselt, wenn es um Konsensverhandlungen geht. Der Fokus liegt auf einem „aktiven“ und einem „passiven“ Partner. (Wir mögen diese Begriffe beispielsweise nicht und bevorzugen „die fesselnde Person, oder der/die Fesselnde“ und „die Person in den Seilen, der/die Gefesselte“). Also missverstehen Leute diese Begriffe oft in der Annahme, dass die fesselnde – weil aktive – Person auch diejenige ist, die gibt. In der Folge ist es die Person in den Seilen, die während der Vorbesprechung über ihre Vorlieben und Abneigungen sprechen wird und der fesselnden Person bleibt oft eine unklare Perspektive, wie sie ihre Agenda „einschmuggeln“ kann. Manche Fesselnden wagen es dann und versuchen „ihr Bestes“. Andere, die sich nicht trauen, erleben ein wachsendes Gefühl der Unzufriedenheit … Das Problem ist jedoch leicht zu lösen, indem man genau diese Frage stellt:

„Für wen ist es?“

Und dann können wir konkret werden: „Ich mag den Futo-Momo-Tsuri , kannst du mich so hinhängen?“ enthält eine andere Botschaft als: „Ich hab gesehen, wie du fesselst. Ich ergebe mich deinem Seil für eine Session, solange klar ist, dass es keine Penetration geben wird „. Es klingt auch ganz anders als „Wolln‘ wa fesseln?“
Aber wie sollten wir vorgehen? Wie können wir eine intentionsbasierte Verhandlung gestalten? Abhängig davon, wer das Geschenk erhält und wer fesselt, haben wir zwei mögliche Dynamiken. Folgende Szenarien sind denkbar:

1.1 Der Fesselnde ist der Beschenkte

Der Geschenk-empfangende Partner ist dafür verantwortlich, seine Wünsche und Sehnsüchte zu kommunizieren. Wenn du der Fesselnde bist, und du hast dich mit deinem Partner geeinigt, dass diese Session für dich ist, könntest du fragen: „Darf ich …?“ Dabei kann man sich auf bestimmte Aspekte beziehen.: „Darf ich sexuell mit dir werden? Darf ich dich foltern? Was sind deine Grenzen bei sexueller Berührung? Was sind deine Grenzen bei Schmerz / Schlagen? Wie weit darf ich gehen?“ Die Antwort könnte Ja / Nein / Vielleicht sein.
Mit der Frage „Darf ich …?“ übernimmst du die Verantwortung für das, was DU tun möchtest. Du zeigst verantwortliches Handeln zu deinem eigenen Vorteil. Es ist so einfach: Wenn du dir etwas nehmen möchtest, was nicht dir gehört, musst du fragen. Wenn du den Stift deines Sitznachbarn willst, fragst du. Wenn Du die Haut eines Menschen berühren willst, fragst du! Die Frage erschafft eine Vereinbarung. Ausprobieren, bis sie „Nein“ sagt, nicht.

Sobald die Grenzen bekannt sind, liegt es in deiner Verantwortung, sie zu schützen. Es liegt niemals in deiner Verantwortung, sie zu erraten. Wenn dein Partner dabei ungenau bleibt, gibt es nur einen guten Weg, um einen sicheren Rahmen für ein Spiel zu schaffen: Investiere zusätzliche Zeit und hilf deinem Partner, seine Grenzen zu finden, bevor ihr das Spiel beginnt. Wenn der Partner nicht bereit ist mit dir zu kooperieren und bei „Oh, ich will nur ein paar Erfahrungen sammeln…“ bleibt, denke über deine eigene Sicherheit nach und vielleicht entscheidest du dich, nicht mit ihm zu fesseln.

1.2 Der Gefesselte ist der Schenkende

Auf der anderen Seite, für die gefesselte Person im Seil, die bereit ist, sich ganz zu ergeben: Es liegt in DEINER Verantwortung, deine Grenzen zu kommunizieren. Das ist wirklich sehr wichtig und deshalb nochmal: Deine Grenzen zu kennen und zu kommunizieren ist DEINE Verantwortung! Man hört manchmal: „Um mich sicher zu fühlen, muss ich meinem Partner vertrauen“. Aber das ist ein Trugschluss. Die Person, der du vertrauen musst, bist du selbst. Es liegt nicht in der Verantwortung deiner Partner, deine Grenzen zu erraten. Aber es ist ihre Verantwortung, deine Grenzen zu respektieren, sobald du diese kommuniziert hast.

Wenn sich das „Ergeben“ in den Seilen schwierig anfühlt, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass du noch keine innere Klarheit über deine Grenzen hast.
Wie findest du deine Grenzen? Kleine Schritte, gehe langsam, finde zuerst deine Komfortzone – wo es sich absolut sicher anfühlt – und wachse langsam von dort aus. Betty Martin lehrt: „Höre auf den Sog, nicht den Anstoß“. Der Sog kommt aus deinem Inneren, es ist diese kleine schüchterne Stimme, die sagt: „Hmm… Ich würde das so gerne ausprobieren, obwohl es sich ein bisschen beängstigend anfühlt…“ Der Anstoß kommt von außen, vielmehr als Druck, das zu tun, von dem wir denken, dass wir es tun SOLLTEN. Es stimmt, dass sich dieser Druck wie ein innerer Impuls anfühlen kann, aber der Stoß kommt von außerhalb. Deshalb: Vertraue dir selbst, die Verantwortung dafür zu übernehmen, wie weit du gehen möchtest. Überlasse es nicht der fesselnden Person – das ist unethisch und funktioniert einfach nicht. Ein weiterer Grund, sich nicht sicher zu fühlen und loslassen zu können: du vertraust nicht darauf, dass deine eindeutig kommunizierten Grenzen respektiert werden. Wenn dies der Fall ist, solltest du dich wahrscheinlich fragen, warum du überhaupt mit dieser Person fesseln möchtest.

2.1 Der Fesselnde ist der Schenkende

Wie ist die Situation, wenn die fesselnde Person ein Geschenk anbietet? Wenn du als Fesselnder die Absicht hast, einer anderen Person zu dienen, fragst du nicht: „Darf ich…?“ Das ist nicht für dich. Du machst ein klares Angebot: „Möchtest du von mir gefesselt werden? Sag mir, wie du es magst.“ Das ist eine komplett andere Dynamik als die, die wir oben beschrieben haben. Wenn du deinem Partner wirklich ein Geschenk machen willst, mach dich frei von deinen eigenen Bedürfnissen. Dazu gehören die Dinge, die DU gerne tust, einschließlich der Reaktionen, die DU sehen möchtest. Die Kunst des Gebens ist herauszufinden, was dein Seilpartner will. Verbale und nonverbale Kommunikation kann dir hier helfen. Es gibt viele Lehren da draußen, aber vor allem solltest du eine klare Absicht/Intention im Kopf haben: Es geht diesmal nicht um deine beeindruckende Seiltechnik. Es geht um deinen Partner, die Person in Seilen. Wenn du dienst, bist du dran, auf deine Grenzen achtzugeben. Es ist auch für fesselnde Personen okay, Nein zu sagen. Soweit wir wissen, ist das kein besonderes Privileg für Leute, die gefesselt werden.

2.2 Der Gefesselte ist der Beschenkte

Was den Partner auf der empfangenden Seite betrifft: jetzt bist du an der Reihe, über deine Wünsche zu sprechen. Wenn du für dich selber gefesselt werden möchtest, formulierst du eine Bitte: „Würdest du bitte dies und jenes für mich tun? Ich genieße Suspensions sehr… und das kratzige Gefühl von Seil auf meiner Haut…“ Hierbei bittest du deinen Spielpartner, etwas für dich zu tun, dir Zeit und Energie zu widmen. Vielleicht hörst du Ja / Nein / Vielleicht. Hierbei kannst du auch konkrete Fragen stellen.
Indem du fragst, übernimmst du die Verantwortung für das, was DU erhalten willst. Kommuniziere klar und deutlich, was du wirklich willst. Sich mit dem zu begnügen, was dein Partner anbietet, reicht nicht aus. Und wenn du empfängst, musst du dir keine Gedanken darüber machen, sofort etwas zurückgeben zu müssen, obwohl du dies natürlich mit deinem Partner aushandeln kannst. Je ehrlicher und eindeutiger wir mit unseren Selbstaussagen sind, umso klarer wird es, ob unsere Absichten zusammenpassen. Beispielsweise: Wenn einer sagt: „Würdest du mich in eine Suspension hängen und mir den Raum schaffen, das zu genießen?“ und der andere erwidert: „Öhm, eigentlich wollte ich dich fragen, ob du Bock auf sexuelles Semenawa hast?“, dann wisst ihr sofort, dass ihr nicht gut zusammenpasst, ohne die leidvolle Erfahrung gemacht zu haben.

In a nutshell

Um es abzuwickeln:

  • Sei klar und ehrlich mit dir selbst bezüglich deiner Wünsche, Grenzen und Absichten
  • Kommuniziere es deinem Partner, mit Offenheit.
  • Lade deinen Partner dazu ein, es dir gleichzutun.
  • Schweig und höre zu, gehe sicher, dass du ihn verstanden hast.
  • Bleib im Hier und Jetzt. Es geht nicht darum, was du normalerweise magst, sondern was du jetzt gerade mit dieser bestimmten Person tun willst. Welches Geschenk möchtest du ihr machen? Und welches Geschenk würdest du gerne empfangen?

Warum passieren Verletzungen des Einvernehmens (consent violation) oder zumindest „Verwirrungen“ diesbezüglich viel zu oft? Wir denken, es gibt zwei Hauptgründe. Erstens gibt es Leute, die denken, dass sie ihren Partner lesen können, sodass sie immer wissen, ob es ihm gut geht. Das funktioniert aber nicht. Leute tendieren dazu, Dinge zu tolerieren. Schon als Säuglinge wurden wir ohne unser Einverständnis angefasst, sodass unser Nervensystem sich daran gewöhnt hat und es sich normal anfühlt. Solange man sich das nicht bewusst abgewöhnt, ist das für viele von uns der Default-Modus. Selbst mit den besten Absichten kannst du also Schaden zufügen.
Zweitens: Die Leute nennen ihre Absichten nicht offen und ehrlich. Oft traut sich die fesselnde Person nicht, um das zu bitten, was sie wirklich will. Denn das macht dich verdammt verletzlich und nackt mit all deinen offengelegten Wünschen und „Perversionen“. Deswegen werden diese oft in einem Angebot oder einem verdeckten Wunsch verpackt. Anstatt die Person, die ich heiß finde, zu fragen „Kann ich dich rauh und hart fesseln?“, biete ich ihr vielleicht an, ihr eine Hängematte zu knüpfen oder ähnlich technische Dinge. Aber wenn da ein unausgesprochener Wunsch nach mehr ist, bewegen wir uns in der Grauzone, die an Einvernehmlichkeitsverletzungen (consent violation) grenzt.

Aber es gibt Hoffnung. Leute, die in die Seilszene kommen, haben mehr und mehr ein Bewusstsein für ihre Grenzen, kommunizieren diese deutlich und verhandeln miteinander.
Unsere Botschaft ist daher: Seid achtsam mit euch und euren Partnern.


Aus dem Englischen übersetzt und ergänzt von Coeur_de_Lionne und Wanderburg.
Originaltext von NawaTaNeko und nawa_ronin: https://fetlife.com/users/2911990/posts/4759708 (10.12.2018)